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Steffen Ruf erhält den Active Sourcing Award.

Die drei besten Sourcer von Personaldienstleister und Corporate Firmen wurden mit dem Active Sourcing Award im Rahmen der Zukunft Personal Europe 2018 ausgezeichnet. Nach Bewertung der Suchstrategie und Passgenauigkeit der eingereichten Kandidaten-Profile gewann Steffen Ruf von Daimler den ersten Platz in der Kategorie Corporate. Im Interview verrät er Active Sourcing Tipps und teilt sein Know-How.

Bevor wir tiefer thematisch eintauchen, würden wir uns freuen, wenn du uns etwas zu deiner Person und deinem Werdegang erzählst.

Mein Name ist Steffen Ruf. Ich habe Wirtschaftspädagogik studiert an der Universität Stuttgart-Hohenheim, war 10 Jahre bei der Daimler AG angestellt und habe dort u.a. Recruiting und Active Sourcing aufgebaut und betrieben bevor ich vor kurzem in die Pharmaindustrie zu Boehringer Ingelheim nach Biberach gewechselt bin.


Worin siehst du die größten Vorteile von Active Sourcing?

Den größten Vorteil sehe ich darin passende passive Kandidaten für herausfordernde Stellen zu gewinnen. Bedeutet Kandidaten, die bis gestern noch gar nicht an einen Jobwechsel gedacht haben, für eine neue Position zu begeistern und Sie dann zum Wechsel zu animieren.


Wie bist du selbst zum Sourcing gekommen?

Ich bin zum Sourcing gekommen durch den Auftrag meines damaligen Abteilungsleiters, Recruiting zu digitalisieren und neue Wege des Recruitings aufzuzeigen.


Was bedeutet der Active Sourcing Award für dich?

Der Active Sourcing Award ist eine Bestätigung und Anerkennung meiner erworbenen Skills im Bereich Active Sourcing.


Was sind deine größten Herausforderungen im Recruiting-Alltag?

Die größte Herausforderung aus meiner Sicht ist es eine gute Candidate Experience für alle Kandidaten sicher zu stellen und sich gleichzeitig intensiv nur mit den passenden Kandidaten auseinander zu setzen. Also der Spagat zwischen annehmbaren Standardprozess mit einer guten Candidate Experience und der individuellen noch besseren Candidate Experience für die wirklich passenden Kandidaten. Um dies möglich machen zu können, muss man natürlich wissen, wie seine Zielgruppe tickt.


Wie bereitest du dich auf diese Herausforderungen vor und welche Lösungsansätze hast du dafür?

Hier gilt es aus meiner Sicht das nötige Fingerspitzengefühl zu haben zwischen Standard und Individualität. Bspw. kann man auch in der individuellen Ansprache von Kandidaten Teile der Nachrichten standardisieren. Andere Teile muss man von Kandidat zu Kandidat anpassen.


Was sind deine drei besten Tipps, um im Active Sourcing erfolgreich zu sein?

Im ersten Schritt muss man Spaß an neuem haben und wissbegierig sein. Durch diese Grundeigenschaft hat man die Basis, um sich immer wieder auf neue Fachbereiche, Stellen und Branchen einzulassen, für die man suchen soll.

Eine weitere wichtige Eigenschaft ist Empathie. Im Active Sourcing ist eine Hauptaufgabe Personen für eine neue Aufgabe zu begeistern, von der sie bis vor kurzem noch gar nichts gewusst haben.

Der letzte Tipp ist: Hinterfrage dich immer wieder selber. Das Internet verändert sich so schnell, dass heute funktionierende Suchstrings morgen schon nicht mehr funktionieren können oder Social Medias, die gestern noch super funktioniert haben, morgen schon tot (überholt) sind. Bestes Beispiel hierfür ist aktuell Google Plus.


Was würdest du dir wünschen, um deine Arbeit zu erleichtern?

Ich würde mir ein Tool wünschen, in welchem ich Kandidaten aus allen Netzwerken zentral ansprechen und bei Interesse des Kandidaten dem Fachbereich datenschutzkonform Zugriff auf seine Unterlagen geben kann. Falls es nicht klappen sollte, einen Talentpool anlegen kann mit guten Kandidaten, auf die ich später zurückgreifen kann, die ich in diesem Tool Zielgruppengerecht mit Artikeln, Informationen,.. versorgen kann, um Sie bei Laune zu halten und wenn Sie dann ein viertel Jahr später bei einem anderen Fachbereich passen, sie so gut „bespielt“ wurden, dass Sie dann noch größeres Interesse haben, das Unternehmen zu wechseln. Im Idealfall sollte dieser Bereich des Talentpools so gestaltet sein, dass der Kandidat sich nicht irgendwo extra einloggen muss, sondern die bereitgestellten Unternehmensinformationen bspw. in seinem LinkedIN Newsstream integriert ist.