Active Recruiting Mix: Stellenanzeigen

Stellenanzeigen sind so 1990! Ja. Und doch geht es nicht ohne sie. Denn als Recruiter*in nutzt Du sie auf Deiner Karriereseite und auf Stellenportalen, für die Direktansprache von Talenten und z.B. auch als Skripte für Jobvideos oder eure Social Media-Kampagnen. Schlussendlich möchten die Kandidat*innen ja wissen, worauf sie sich bewerben oder was Dein Unternehmen genau anbietet. Also sind Stellenanzeigen die Grundlage Deiner Arbeit, sozusagen Brot und Butter Deines Jobs.

Damit Deine Stellenanzeigen erfolgreich sind – sprich, sich viele Talente darauf bei Dir bewerben – haben wir hilfreiche Tipps für Dich aufbereitet. Los geht’s!

Der Titel

Aussagekräftig und klar. So soll der Titel Deiner Stellenanzeige sein, damit Bewerbende auf den ersten Blick erkennen, welche Position gesucht wird. Dabei ist oft ein Spagat zu beobachten zwischen der Positionsbezeichnung, die ihr in Deinem Unternehmen verwendet und der „offiziellen“ Positionsbezeichnung eines Berufs. Außerdem musst Du bedenken, nach welchem Begriff die Bewerbenden eigentlich googeln, wenn sie auf einem Stellenportal unterwegs sind. „Putzhilfe“ klingt vielleicht sympathisch, ergibt aber weniger Google-Treffer, als z.B. „Reinigungskraft“.

Schwierig wird es auch bei sehr speziellen Positionen, die nur im entsprechenden Fachkreis bekannt sind. Bei Titeln, wie z.B. „Obsoleszenz Manager*in“ wird Deine Stellenanzeige nur von denjenigen Bewerbenden gefunden, die explizit nach „Obsoleszenz“ suchen. Alle Quereinsteiger, die passende Fähigkeiten für die offene Position mitbringen könnten, finden die Anzeige entweder nicht, weil sie den Begriff gar nicht in die Suche eingeben oder sie sehen die Anzeige zwar in der Ergebnisliste, aber verstehen nicht, dass sie für diese Position geeignet wären. Besser wäre also, in den Stellentitel neben dem Fachbegriff zusätzlich den gewünschten Hintergrund mit aufzunehmen. Das könnte dann z.B. „Techniker*in als Obsoleszenz Manager*in“ sein.

Heißer Tipp 1
Wenn Du die Talentwunder[App] nutzt, suche dort nach Personen, die die von Dir gesuchten Fähigkeiten haben und finde so Quereinsteiger*innen, die für Deine ausgeschriebene Fachposition geeignet wären, aber derzeit einen anderen Jobtitel haben.

Heißer Tipp 2
Nutze die Google-Trend-Suche, um zu erfahren, welche Stellentitel häufig gesucht werden. Dazu gehst Du auf trends.google.de und gibst dort den Stellentitel, Deinen gewünschten Zeitraum und das Land ein, in dem gesucht wurde. Das Ergebnis hilft Dir, wenn Du mehrere Vorschläge für einen Jobtitel hast und nicht sicher bist, welcher nun am besten geeignet wäre.

Über Dein Unternehmen

Hier erwarten Kandidat*innen eine Kurzbeschreibung Deines Unternehmens in zwei bis vier Sätzen. Es geht um einen ersten Eindruck: Wie groß seid ihr, wo sitzt ihr und welche Dienstleistungen oder Produkte bietet ihr an? Alles, was darüber hinaus geht, kann auf eurer Website nachgelesen werden und würde die Stellenanzeige nur unnötig verlängern. Also: Kurz halten!

Die Aufgabenbeschreibung

Viele Aufgabengebiete sind umfänglich und erklärungsbedürftig, doch Bewerbende wollen keinen Roman lesen und die wesentlichen Aufgaben schnell erfassen. Denke daran, dass Deine Stellenanzeige nicht die einzige ist, die sich Talente durchlesen, also soll schnell klar werden, worum es bei euch geht. Beschränke Dich am besten auf die wichtigsten fünf bis sechs Punkte: Was sind die Kernaufgaben der Position? Welche Punkte können aus der Anzeige rausgelassen werden und dafür später in den Gesprächsrunden angesprochen? Was ist auch mobil in der Stellenanzeige noch gut darstellbar? Denke daran: Es geht um einen guten ersten Einblick in die Position.

Heißer Tipp
Statt zu erwähnen, mit welchem Betriebssystem gearbeitet werden wird (Windows oder iOS), lieber die konkreten Programme/Softwares angeben, die in der Position genutzt werden. Das kann z.B. bei Kommunikations-Berufen die Grafiksoftware sein oder bei Sales-Positionen das Customer Relationship Management-System.

Das Anforderungsprofil

Beim Anforderungsprofil solltest Du Ausbildungsberufe oder Berufsbezeichnungen nennen, die geläufig sind. Gerade, wenn es – aus welchen Gründen auch immer – keine Möglichkeit gibt, den Beruf im Stellentitel zu nennen (siehe „Techniker*in als Obsoleszenz Manager). Nenne die Fähigkeiten, die für die offene Position und deren Kernaufgaben unbedingt notwendig sind und lasse die Punkte weg, die auch durch Einarbeitung später gelernt werden können.

Wichtig ist, flexibel zu bleiben, damit der Anforderungsteil nicht zu lang wird. Deinen Wunsch-Kandidaten wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht 1:1 auf dem Markt geben, dafür gibt es aber Menschen, die die Kernfähigkeiten mitbringen und bereit sind, zusätzlich eure Wunsch-Fähigkeiten zu erlernen.

Heißer Tipp 1
Die Angabe „vergleichbarer Abschluss“ oder „ähnliches“ kann von Suchmaschinen nicht ausgewertet werden. Deshalb benenne die vergleichbaren Abschlüsse konkret oder zumindest den Bereich, in dem sie erlangt wurden (z.B. MINT-Fächer).

Heißer Tipp 2
Vermeide Buzzwords, wie Flexibilität, Eigeninitiative oder Belastbarkeit. Die Worte sagen nicht viel über die konkreten Anforderungen der Stelle aus (und welche Personen bezeichnen sich als „unflexibel“ oder „nicht belastbar“) und werden höchstens fehlinterpretiert von Bewerber*innen.

Die Benefits

Unter Benefits fallen alle monetären oder nicht-monetären Dinge, die Mitarbeitende neben ihrem Gehalt bekommen. Auch hier solltest Du möglichst konkret werden und die Dinge nennen, über die Bewerbende Dein Unternehmen mit Wettbewerbern vergleichen können. Konkrete Benefits sind zum Beispiel: Remote Work, Home Office, flexible Arbeitszeiten, die konkrete Anzahl der Urlaubstage, ein ÖPNV-Ticket, vermögenswirksame Leistungen, ein Job-Fahrrad oder ein kostenloser Parkplatz. Keine Benefits sind: eine gute Einarbeitung, ein hoch motiviertes Team oder ein freundliches Unternehmensklima.          
Die Benefits können für verschiedene Berufsgruppen, die ihr sucht, unterschiedlich sein, so dass z.B. bei einer Stellenausschreibung für eine/n Sales Manager*in andere Benefits angeführt werden, als für eine/n Softwareentwickler*in.

Heißer Tipp
Wenn Dein Unternehmen nicht viele Benefits anbietet, frag‘ doch einmal bei Deinen Kolleg*innen nach, was sie derzeit als Vorteil ihres Jobs sehen. Daraus lassen sich dann ggfs. konkrete Benefits erstellen.

Der Kontakt

Gib immer den Namen einer Ansprechpartnerin oder eines Ansprechpartners an und nenne die Kontaktmöglichkeit per Telefon oder E-Mail. Nur so besteht die Möglichkeit eines Austausches, wenn die Bewerbenden Fragen zu der offenen Position haben. Gibt es keine konkrete Person die angegeben wird, dann fällt es den Bewerbenden bereits schwer, überhaupt ein Anschreiben zu formulieren. Schrecke also nicht davor zurück, Deine Kontaktdaten in die Stellenanzeige aufzunehmen – nicht zuletzt möchtest Du Dir ein Netzwerk an potenziellen Talenten aufbauen, auf die Du später vielleicht wieder zurückgreifen kannst. Und dafür ist der direkte Kontakt wichtig.

Dein Talentwunder-Team

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